31/08/2026
Stellungnahme zur Aufgabe des Kosmetikstudios und zur Situation unserer Familie
Im Jahr 2024 haben meine Frau und ich gemeinsam mit unseren drei kleinen Kindern ein Haus am Ortsrand erworben. Mit dem Kauf dieses Hauses haben wir nicht nur unseren Lebensmittelpunkt dorthin verlegt, sondern auch die klare Absicht verbunden, unsere berufliche und wirtschaftliche Zukunft an diesem Standort weiterzuführen.
Meine Frau betreibt seit vielen Jahren erfolgreich ein Kosmetikstudio. Nach dem Erwerb des Hauses meldete sie ihr Gewerbe ordnungsgemäß an und führte ihre Tätigkeit zunächst wie gewohnt fort. Das Geschäft entwickelte sich auch an diesem Standort anfänglich sehr positiv.
Im Laufe der Zeit kam es jedoch zu Beschwerden einzelner Anwohner. Dabei ging es im Wesentlichen darum, dass täglich etwa sechs Kundinnen zu meiner Frau kamen, um insbesondere Fußpflegeleistungen in Anspruch zu nehmen. Diese Kundinnen verursachten nach unserer Wahrnehmung weder Lärm noch sonstige erhebliche Beeinträchtigungen für die Nachbarschaft. Es handelte sich um einen überschaubaren Kundenverkehr, der aus unserer Sicht mit einer normalen Nutzung eines Wohnstandortes vereinbar war.
Trotzdem entwickelte sich die Situation zunehmend zu einer erheblichen Belastung für unsere Familie und insbesondere für die berufliche Existenz meiner Frau. Wir hatten zunehmend den Eindruck, dass nicht eine tatsächliche Beeinträchtigung des Wohnumfeldes im Vordergrund stand, sondern vielmehr der Wunsch bestand, meine Frau und ihr Gewerbe von diesem Standort zu verdrängen.
Wir haben daraufhin versucht, auf unterschiedlichen Ebenen eine Lösung zu finden. Wir haben das Gespräch mit dem Bürgermeister, der Gemeinde, politischen Vertretern sowie Mitgliedern des Gemeinderates gesucht. Unser Ziel war es, eine rechtssichere Möglichkeit zu schaffen, die es meiner Frau erlaubt hätte, ihr bereits bestehendes und erfolgreiches Gewerbe weiterhin an unserem Wohnort auszuüben. Unter anderem ging es um eine entsprechende Nutzungsänderung beziehungsweise um eine Änderung der planungsrechtlichen Voraussetzungen.
Leider blieben diese Bemühungen ohne Erfolg.
Für uns ist dabei besonders enttäuschend, dass wir trotz zahlreicher Gespräche und unserer Bereitschaft, konstruktiv an einer Lösung mitzuwirken, letztendlich keine Perspektive erhalten haben. Wir haben uns als Familie und als Unternehmer stets darum bemüht, uns in die örtliche Gemeinschaft einzubringen und einen positiven Beitrag zu leisten.
Gerade deshalb trifft uns die Entwicklung besonders hart.
Während der Corona-Pandemie haben wir beispielsweise der Grundschule in Zetel insgesamt 5.000 Masken zur Verfügung gestellt, damit Schülerinnen und Schüler sowie die Schule entsprechend ausgestattet werden konnten. Die Masken wurden zu dieser Zeit in Apotheken zu einem erheblichen Preis angeboten. Darüber hinaus haben wir uns gemeinsam mit anderen Unternehmern auch für die örtlichen Kindergärten engagiert und unter anderem Bobby Cars gespendet.
Diese Unterstützung erfolgte aus unserem eigenen Antrieb und aus dem Wunsch heraus, etwas für die Gemeinschaft zu tun. Wir wollten nicht nur hier wohnen und wirtschaften, sondern uns auch als Teil dieser Gemeinschaft verstehen und entsprechend Verantwortung übernehmen.
Umso enttäuschender ist es für uns heute, dass von dieser Bereitschaft und diesem Engagement aus unserer Sicht nichts zurückgekommen ist.
Am Ende musste meine Frau ihr stationäres Kosmetikstudio an unserem Wohnort aufgeben. Sie ist nun gezwungen, ihre Tätigkeit auf mobile Dienstleistungen umzustellen. Diese Umstellung bedeutet für sie nicht nur einen erheblichen persönlichen Einschnitt, sondern hat auch massive wirtschaftliche Folgen für unsere gesamte Familie.
Was uns besonders belastet, ist die Tatsache, dass wir unser Haus im Jahr 2024 auch unter dem Gesichtspunkt erworben haben, dort unsere berufliche Zukunft aufzubauen. Wir haben finanzielle Verpflichtungen übernommen und unsere Lebensplanung entsprechend ausgerichtet. Statt einer langfristigen Perspektive mussten wir nun erleben, dass die berufliche Existenz meiner Frau an diesem Standort faktisch nicht mehr möglich ist.
Wir sprechen hier nicht von einer geringfügigen Veränderung unserer Lebensumstände. Es geht um die Existenzgrundlage einer Familie mit drei kleinen Kindern.
Wir fühlen uns von den zuständigen politischen und gemeindlichen Stellen mit unserem Problem allein gelassen. Trotz mehrfacher Gespräche, trotz unserer Bemühungen um eine einvernehmliche Lösung und trotz unseres langjährigen Engagements für die örtliche Gemeinschaft haben wir keine tragfähige Lösung erhalten.
Für uns stellt sich daher die Frage, wie mit Familien und Unternehmern umgegangen werden soll, die sich vor Ort niederlassen, investieren, Arbeitsplätze und Dienstleistungen anbieten und sich darüber hinaus aktiv in die Gemeinschaft einbringen.
Wir hätten uns von der Gemeinde und der örtlichen Politik vor allem eines gewünscht: eine faire, unvoreingenommene und lösungsorientierte Unterstützung.
Stattdessen stehen wir heute vor einer Situation, in der die berufliche Grundlage meiner Frau an unserem eigenen Wohnort weggefallen ist und unsere Familie dadurch erheblich finanziell und persönlich belastet wird.
Das hinterlässt bei uns ein tiefes Gefühl der Enttäuschung und des Vertrauensverlustes.
Wir erwarten keine Sonderbehandlung. Wir erwarten lediglich, dass unsere Situation fair bewertet wird und dass die Interessen unserer Familie, unsere wirtschaftliche Existenz sowie unser bisheriges Engagement für die örtliche Gemeinschaft angemessen berücksichtigt werden.
Denn hinter einem Gewerbe steht nicht nur ein Name oder ein Geschäft. Dahinter stehen Menschen, eine Familie, finanzielle Verpflichtungen, Lebensplanung und letztlich die Existenz von drei kleinen Kindern.
Genau das scheint in unserem Fall leider aus dem Blick geraten zu sein.
Bitte teilen und unterstützt uns dabei, diese Ungerechtigkeit an die Öffentlichkeit zu tragen!
Liebe Grüße
Familie Semmo