29/07/2026
Beim Handwerkertag der HWK für München bot sich die Gelegenheit zum offenen Austausch mit Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei sowie Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die ressortübergreifende Koordinierung des Bürokratieabbaus in Bayern – ein Thema, das für den Mittelstand aktueller denn je ist.
Die Botschaft des Staatsministers war eindeutig: In Berlin sei ein Paradigmenwechsel erkennbar. Ziel sei es, das sogenannte „Goldplating“ – also zusätzliche nationale Vorgaben über europäische Anforderungen hinaus – zurückzufahren. Bereits auf den Weg gebracht wurden Vereinfachungen im Vergaberecht, Entlastungen bei Klimaberichtspflichten sowie verschiedene Modernisierungsgesetze. Gleichzeitig machte Herrmann deutlich, dass Bayern viele Anliegen nicht allein umsetzen könne, da zahlreiche Zuständigkeiten beim Bund oder auf europäischer Ebene liegen.
Besonders wertvoll war jedoch der Austausch mit den Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Praxis. Die Beispiele aus dem beruflichen Alltag zeigten eindrucksvoll, wo Bürokratie heute tatsächlich ausbremst: von langwierigen Genehmigungsverfahren für Schwertransporte bis hin zu den komplizierten Vorgaben des Verpackungsgesetzes.
Auch unsere Geschäftsführerin Christina brachte ein Thema ein, das viele Handwerksbetriebe betrifft: Die oftmals komplizierten und je nach Behörde unterschiedlichen Verfahren zur Erteilung von Arbeitserlaubnissen für Nicht-EU-Bürger – insbesondere für Auszubildende. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können wir es uns nicht leisten, engagierte junge Menschen durch unnötige Bürokratie zu verlieren.
Positiv hervorzuheben ist, dass Staatsminister Herrmann den Anliegen aufmerksam zuhörte, großes Interesse am direkten Austausch zeigte und viel Verständnis für die geschilderten Herausforderungen erkennen ließ.
Jetzt kommt es darauf an, dass aus diesem Verständnis konkrete Vereinfachungen werden. Denn weniger bedeutet nicht weniger Sicherheit – sondern mehr Zeit für das, was den stark macht: Unternehmertum, Ausbildung und Wertschöpfung.
Gruppenbild v.l. Claudius Wolfrum, Staatsminister Herrmann, Christina Böhm, Oliver Köhler, Andreas Romanow