15/04/2026
Ein dickes „Danke“ nach Berlin:
Sehr geehrte Bundesregierung,
als Elektrotechniker möchte ich mich heute einmal ganz förmlich und mit Tränen der Rührung in den Augen für Ihre beispiellose Unterstützung in Sachen Energiepreise und Lebenshaltungskosten bedanken.
Es ist wirklich beeindruckend, mit wie viel Weitsicht und Praxisnähe Sie uns „Helden des Alltags“ unter die Arme greifen.
Unsere Highlights Ihrer Entlastungspolitik:
🔌 Der psychologische Effekt:
Vielen Dank, dass Sie die Energiepreise erst auf Rekordniveau steigen lassen, um uns dann mit einer „Entlastung“ zu beglücken, die sich anfühlt, als würde man einen Schaltschrankbrand mit einer Taschenlampe löschen.
Das hält uns mental wach!
🚐 Logistik für Fortgeschrittene:
Dass wir unsere vollgepackten Servicefahrzeuge – mit Werkzeug, Messgeräten, Leitungen und Material – leider nicht gegen ein günstiges ÖPNV-Ticket eintauschen können, ist sicher nur ein kleines Detail.
Ich freue mich schon darauf, die nächste Baustelle mit KNX-Aktoren, Kabeltrommeln und Verteilern im Lastenfahrrad quer durch drei Landkreise anzufahren.
💡 Das Geniestreich-Modell „Einmalzahlung“:
Ein ganz besonderer Dank gilt der glorreichen Idee, die Entlastung der Mitarbeiter einfach an uns Arbeitgeber auszulagern –
gerade jetzt, wo der gesamte Neubausektor dank Ihrer Politik faktisch zusammengebrochen ist und selbst öffentliche Ausschreibungen reihenweise zurückgezogen werden.
Dass wir diese Zahlungen aus eigener Tasche stemmen dürfen, während Energie-, Material- und Lohnkosten explodieren, ist sicherlich die einfachste und eleganteste Lösung für Sie.
Und das Beste daran: Ein Großteil der Angestellten versteht gar nicht, dass diese 1.000 € am Ende direkt vom immer weiter sinkenden Gewinn des Arbeitgebers abgehen – also genau von dem Geld, aus dem eigentlich Investitionen, Rücklagen oder auch mal ein Puffer für schlechte Zeiten entstehen sollen.
Es wirkt eher so, als käme das Ganze „von oben geschenkt“ – dabei wird es unten im Betrieb erwirtschaftet und bezahlt.
Es ist schön zu wissen, dass Sie volles Vertrauen in die unendlichen Liquiditätsreserven des Handwerks haben.
Das trägt ungemein zur „Entlastung“ meines Geschäftskontos bei!
📉 Marktwirtschaftliche Ironie:
Es ist beeindruckend zu sehen, dass Entlastungen oft genau dort versickern, wo sie am wenigsten gebraucht werden –
während wir bei jeder Materialbestellung das Gefühl haben, Kupfer sei inzwischen wertvoller als Gold und jeder Meter Leitung neu verhandelt werden muss.
Fazit
Wir fühlen uns wirklich „wertgeschätzt“.
So sehr, dass wir uns kaum noch trauen, die nächste Rechnung an unsere Kunden zu schreiben – obwohl wir die steigenden Kosten ja irgendwie auffangen müssen.
Aber das ist sicher auch so geplant, um die Inflation nochmal richtig in Schwung zu bringen, oder?
Machen Sie weiter so!
Wir arbeiten derweil einfach doppelt so viel, damit am Ende zumindest die Steuern pünktlich bei Ihnen ankommen –
während wir für die nächste Materialbestellung oder Tankfüllung wahrscheinlich schon den nächsten Kredit einplanen dürfen.
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Mit spannungsreichem Gruß und leerer Batterie,
Ihr (immer noch) arbeitendes Elektro-Handwerk ⚡️