21/08/2026
Ich beobachte gerade zwei Entwicklungen beim Thema Babyschlaf, die ich ziemlich schwierig finde:
Auf der einen Seite kommt wieder verstärkt die Idee auf, dass Babys und Kinder möglichst früh lernen sollten, selbstständig einzuschlafen und auf der anderen Seite werden ähnliche Versprechen inzwischen unter dem Deckmantel der Bindungsorientierung verkauft. Oder es wird mit „Durchschlafen“ geworben, obwohl dann im eigentlichen Angebot (glücklicherweise!!) viel differenzierter aufgeklärt wird.
Ich sag dir jetzt mal was:
Nur weil etwas sanfter formuliert wird, ist die Haltung dahinter nicht automatisch eine andere. Und auch ein verspreche. Wird für mich nicht okay, nur weil das eigentliche Programm hinterher viel besser ist, als das Marketing.
Denn was richtet das bei der Mama an?
Sie sucht bei sich und ihrem Baby nach einem Problem, das vielleicht gar keins ist und macht im Zweifel genau die Dinge nicht mehr, die für beide funktionieren, weil sie Angst hat, zum Beispiel irgendwas „Falsches“ anzugewöhnen.
Dabei wird die wichtigste Frage übersprungen: Warum schläft dieses Kind gerade so, wie es schläft?
Was ist normal und was spielt noch mit rein? Gibt es wirklich Stellschrauben, die gedreht werden können und WOLLEN wir überhaupt was verändern, oder bekommen wir das nur aufgedrückt?
Ich bin echt nicht Team „Babyschlaf kann man eh null Komma null beeinflussen“, aber verdammt sicher bin ich nicht Team „hier die Schablone und wenn sie bei euch nicht klappt, bist DU Schuld, weil du nicht konsequent genug warst.“
Ich bin Team „Verstehen, einordnen, entscheiden“.
Wenn du bei einer Methode falsch bist, sobald sie nicht funktioniert, ist vielleicht eher die Methode das Problem, als du.
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