11/10/2025
Vor wenien Tagen wurde in Hamburg de Schaupielerin Wanda Perdelwitz Opfer eines Verkehrsunfalls. Sie war auf einem Radfahrstreifen unterwegs, als an einem verkehrsbedingt wartenden Automobil die Beifahrertür geöffnet wurde. Sie erlag ihren schweren Verletzungen. Solche dooring-Unfälle sind häufig und die Folgen sind schwere Verletzungen oder sogar der Tod. Vereinzelt werden auch vorsätzlich Türen bei road rage in Tötungsabsicht geöffnet.
Es gibt Möglichkeiten Unfallrisiken zu vermeiden. "Bei der Verkehrssicherheit spielen drei Faktoren eine Rolle, erklärt der Fahrradfahrlehrer Torben Frank, "das Fremdverhalten, die Verkehrssituation mit Infrastruktur und letztlich das eigene Verhalten. Das eigene Verhalten kann sicher beeinflußt werden. Die Verkehrssituation bzw. die Infrastruktur lassen sich durch politischen Druck verbessern. Das Fremdverhalten ist schwer beeinflussbar." Beim dooring-Unfall ist zuerst einmal das Fremdverhalten ursächlich. Es ist jene Person, welche unachtsam die Tür öffnet, verantwortlich. Nach regelmäßiger Rechtsprechung sollen Radfahrende 0,75 bis 1,25 m Sicherheitsabstand zu parkenden Autos halten, um eine Mitschuld am dooring-Unfall zu vermeiden. Es gilt "eine Türlänge" Abstand zu halten. Sie sollen nicht durch die dooring zone fahren. Dooring zone wird der Türöffnungsbereich genannt. "Radwege durch dooring zones soll es nicht geben. Es ist unzulässig, eine Benutzungspflicht an einem Radweg durch eine dooring zone anzuordnen, weil die Ausnahme Radwegebenutzungspflicht nur angeordnet werden darf, wenn es ausnahmsweise sicherer ist, den Radverkehr zu separieren", verweist Torben Frank von Rad-in-RD, der auch Radverkehrspolitische Beratung anbietet, auf die Rechtslage und Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts. Er empfiehlt, Radverkehrsanlagen, welche durch eine dooring zone geführt werden, zu meiden. Dazu sei auf die allgemeine Fahrbahn auszuweichen.
Nach Ansicht des Radverkehrsanlagen-Exxperten Torben Frank hätte der tödliche Unfall von Wanda Perdelwitz nur durch eine bessere Infrastrktur vermieten werden können: "Am Unfallort ist der Radfahrstreifen recht schmal, wie Photos vom Unfallort zeigen. Wre der Radfahrstreifen ein geschützter Radfahrstreifen, wäre die Infrastruktur breiter, es hätte mehr Raum zwischen der Radfahrenden und dem Auto gegeben. Die kommende Neuauflage des Technischen Regelwerks ERA sieht wohl 2 m als Regelbreite für Radfahrstreifen vor. Zu Längsparkständen sind zusätzlich 0,5 m Sicherheitsraum angesagt. Fährt die Radfahrende mit ihren 0,8 m Breite auf dem 2 m breiten Radfahrstreifen, hält 0,5 m Sicherheitsabstand nach Rechts, bleiben links 0,7 m zur Fahrbahn. Schon dieser Abstand kann Leben retten, wenn an einem Auto auf der Fahrbahn die Beifahrertür aufgerissen wird."
Ein Großteil der schweren Fahrradunfälle passiert, weil Autofahrer unachtsam die Fahrzeugtür öffnen – wie zuletzt in Hamburg. Dabei wäre das leicht zu vermeiden.