09/10/2026
Wer immer nur durchzieht, macht vielleicht einfach nur sehr konsequent das Falsche.
Wir feiern Menschen, die niemals aufhören.
Die immer weitermachen. Immer Vollgas geben. Immer das nächste Ziel vor Augen haben.
Klingt nach Erfolg.
Kann aber auch bedeuten, dass man mit 200 Sachen in die falsche Richtung fährt.
Ich kenne diesen Reflex selbst. Noch ein Projekt. Noch eine Entscheidung. Noch ein Termin.
Hauptsache, es geht voran.
Aber Bewegung ist noch lange kein Fortschritt.
Selbst ein Zug muss manchmal anhalten.
Nicht, weil er aufgegeben hat. Sondern weil das Anhalten zur Fahrt dazugehört.
Vielleicht sollten wir das auch im Berufsleben häufiger akzeptieren.
Anhalten. Hinterfragen. Neu entscheiden.
Und manchmal eben auch den Mut haben, einen eingeschlagenen Weg zu verlassen.
Wobei ich eines genauso kritisch sehe: Wer ständig eine Pause braucht, um schwierigen Entscheidungen auszuweichen, kommt auch nicht weiter.
Was meint ihr: Ist unsere Gesellschaft zu sehr aufs Durchhalten programmiert oder geben wir mittlerweile zu schnell auf?