20/01/2026
Ungeklärter Mord - Fall um ermordeten Berliner Hells Angel bei Aktenzeichen XY
Am 6. August 2009 erhält die Berliner Rockerszene eine rätselhafte SMS: Darin heißt es, Michael Bartelt, ein Mitglied der Hells Angels, „hänge mit den Banditen ab“. Eine Woche später ist der 33-Jährige mit seinem Motorrad unterwegs und parkt dieses nahe seiner Wohnung in Hohenschönhausen.
Auf dem Fußweg zu seiner Wohnung wird er in der Nacht vom 13. auf den 14. August aus einem fahrenden Fahrzeug heraus mit zwei Schüssen getroffen. Schwer verletzt schleppt er sich in eine Nebenstraße, ruft seine beste Freundin an und stirbt wenig später im Rettungswagen.
Schon Ende vergangenen Jahres hatte die Berliner Polizei den ungeklärten Fall Bartelt wieder aufgerollt, wandte sich an die Öffentlichkeit, bat um Mithilfe zur Aufklärung.
Was die Ermittler heute immer noch sicher wissen
► Michael Bartelt – er war Mitglied der Hells-Angels-Supportergruppe „Brigade 81“ – wurde damals an der Ernst-Barlach-Straße/Ecke Warnemünder Straße attackiert.
► Gegen 23.55 Uhr fuhr ein Lieferwagen an dem Rocker vorbei – mehrere Schüsse fielen. Bartelt brach auf der Straße zusammen. Er schleppte sich dann noch, von mehreren Kugeln getroffen, in eine Seitenstraße. Dort brach er an einer Durchgangstür zu einem Mehrfamilienhaus zusammen.
► Offenbar haben der oder die Täter den Wagen kurz angehalten. Eine Person muss dann ausgestiegen sein und dem blutenden Opfer noch ein Messer in den Oberschenkel gerammt haben, um die Oberschenkelarterie zu treffen.
Kurz nach der Tat geht die Polizei 300 Hinweisen nach. Sogar ein Tatverdächtiger wird ermittelt, per Haftbefehl gesucht. Doch der Gesuchte, Oliver G. (heute 46), Gerüstbauer aus Eberswalde (Brandenburg) stellt sich in Begleitung seines Anwalts und bestreitet die Tat.
Bis heute gilt er als tatverdächtig.
Täter lebt noch unter uns
Im Podcast „Triggered“ von Ex-Hells-Angel Kassra Zargaran („Perser“) erzählt der frühere LKA-Beamte „Richy“ von seinen Erinnerungen. Nach eigenen Angaben war er mehr als 44 Jahre Polizist, zuletzt als Auswerter beim LKA im Bereich Rockerkriminalität im Einsatz – bis zu seinem Ausscheiden im März.
Er sagt: Der mutmaßliche Mörder lebt noch immer unter uns! Und klar scheint, dass es mehrere Tatverdächtige gibt. Doch: „Die Beweise reichten bislang nicht für eine Anklage“, so der Ex-Ermittler.
Diese Fragen hat die Polizei zur Tat im Rocker-Milieu
► Wer kann Hinweise zur Tat geben, Angaben zu beteiligten Personen machen oder auch Zeugen benennen, die sachdienliche Hinweise geben können?
► Wer hat in der Tat-Nacht, vor allem zwischen 23 Uhr und 0.30 Uhr vom 13. auf den 14. August 2009 auffällige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Kreuzung Ernst-Barlach-Straße/Warnemünder Straße in Hohenschönhausen gesehen?
► Die Polizei sucht auch Menschen, mit denen der Rocker kurz vor den Schüssen noch Kontakt hatte.
► Außerdem fragt die Polizei nach Videos oder Bildern im Zusammenhang mit der Tat.
Hinweise nimmt die zuständige Fachdienststelle des Landeskriminalamtes am Tempelhofer Damm 12 in Berlin-Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664-941203 oder per E-Mail an [email protected] entgegen. Auch an jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache der Polizei Berlin können Hinweise gegeben werden.
Link zum Beitrag bei Aktenzeichen XY (ab 21.01.26, 20:15):
https://www.zdf.de/magazine/aktenzeichen-xy-ungeloest-110 =livestreams
Link zum Artikel in der BZ:
https://www.bz-berlin.de/polizei/rocker-mordfall-bartelt-aktenzeichenxy