11/12/2023
»Menschenwerk war bis ins 19. Jahrhundert Handwerk«, hat die Ökonomin Christine Ax einmal geschrieben. Alle Dinge wurden bis zur industriellen Revolution buchstäblich als Handwerk hergestellt. Möbel, Geschirr, Kutschen, Bierfässer, Kanonen, Kleidung wurden nicht von Maschinen, geschweige denn in Fertigungsstraßen, angefertigt, sondern von Menschen mit Werkzeugen. Das brauchte Zeit und erforderte Geschick.
»Handwerker sind alle Tüftler und damit eigentlich Teil der Innovationscommunity«, sagt Kilian Bizer, Ökonom am Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen. Das haben sie jahrtausendelang unter Beweis gestellt. Doch wenn heute von Innovation die Rede ist, geht es um Neuerungen, die in der Forschung, an Universitäten oder in Entwicklungsabteilungen der großen Industrieunternehmen angestoßen werden. »Das Handwerk innoviert anders«, sagt Bizer. Es ist immer eine Innovation durch Erfahrung, durch das handwerkliche Tun, das Gebrauchen von Werkzeugen und das direkte Interagieren mit Kunden. Bizer spricht von »Innovation durch Doing-Using-Interaction«.
Welche Rolle das Handwerk auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft spielen könnte, beschreibt Niels Boeing im aktuellen ZEIT WISSEN-Magazin.
📖 Kostenloses Probeheft: zeit.de/zw-aktuell
🎙️ ZEIT WISSEN-Podcast "Woher weißt Du das?": Überall, wo es Podcasts gibt (und auf zeit.de/zw-podcast)
📚Archiv: zeit.de/zw-archiv