27/01/2017
Tipps von Ihrem Kfz-Sachverständiger
Vorsicht vor der Betrugs-Masche mit Unfallautos.
Beschädigte Fahrzeuge mit Totalschaden werden aus Amerika importiert, irgendwo im Baltikum billig zurechtgeflickt und dann teuer in den deutschen Gebraucht-Markt eingeführt. Ob die Reparatur fachmännisch verlaufen ist und das Fahrzeug vollständig instandgesetzt wurde, kann niemand Nachvollziehen.
In scheinbar makellosem Zustand wurde ein schnittiges Sport-Coupé auf dem Hof eines Gebrauchtwagenhändlers in Norddeutschland angeboten. Der Interessent zögerte nicht lange und schlug zu.
Bei mobile.de werden vergleichbare Fahrzeuge der Marke Mercedes mit ca. 30.000 Euro gehandelt. Also hatte der Interessent mit dem angebotenen Kaufpreis von 25.000 Euro ein „Schnäppchen“ gemacht. Leider kam es nicht so, denn der Kauf des Mercedes entpuppte sich schnell als eine Katastrophe. Im Anschluss erfuhr der Käufer nämlich, dass das verschönerte Auto in Wahrheit ein Unfallwagen aus den Staaten war. Durch Angaben des Herstellers und des Carfax-Report, entpuppte sich, dass das Fahrzeug einen schweren Crash mit offiziell „irreparablem“ Frontschaden aufwies. Ein Totalschaden der allenfalls noch zum Ausschlachten taugte. Die Gesetzgebung in den USA sieht es vor, dass Fahrzeuge mit einem Totalschaden nicht wieder zugelassen werden dürfen. Also müssen diese Unfallfahrzeuge entweder in Einzelteile zerlegt werden oder wie im vorliegenden Fall exportiert.
Der Mercedes konnte bei einem Gebrauchtwagenhändler in seinem Showroom angeboten werden, weil Betrüger das Wrack in Osteuropa wieder zusammengeflickt hatten und es in den deutschen Markt einführten. Und dieses ist auch leider kein Einzelfall. Immer mehr werden Unfallautos aus den USA in großem Stil nach Europa importiert, hier billig instandgesetzt und dann als vermeintliches Angebot auf dem Markt angeboten. Selbst erfahrene Experten können teilweise die Vorschäden nicht erkennen.
In der Regel werden Fahrzeuge von US-Herstellern regulär in den europäischen Markt importiert, da eine Nachfrage an bestimmten Modellen, wie z.B. ein Ford Mustang, besteht. Dieses ist auch soweit nicht all zu schlimm. Vorsicht sollten Sie jedoch besonders bei importierten Fahrzeugen europäischer (deutscher) Hersteller weilen lassen. Besonders sind Premiumhersteller wie Mercedes, BMW und Audi gefragt.
Um sich davor zu schützen, sollten Sie bei US-Importfahrzeugen den Carfax-Report (Fahrzeughistorie in den USA) verlangen bzw. überprüfen lassen. So kam auch der oben beschriebene Betrug ans Licht, als die Fahrgestellnummer in den USA überprüft wurde, bekam der Käufer die traurige Gewissheit. Erst vor einigen Monaten war das besagte Fahrzeug auf einer Börse in den USA als Unfallwagen versteigert und dann nach Europa importiert worden.
Ihre ING Sachverständigen aus Hildesheim