22/06/2026
Benno entschied sich für mich – und nicht für den Hasen
Mein Carlo war vor kurzem gestorben und ich saß in einem tiefen, schwarzen Loch voller Trübsal.
Da kam mir das Schicksal zu Hilfe in Form von einem Hund.
Wie kann es auch anders sein.
Mein Nachbar kam ziemlich aufgeregt zu mir.
Er hatte gerade einen Tierschutzhund übernommen.
Sein Plan war eine Auszeit zu nehmen und sich um seinen Hund zu kümmern.
Auch bei ihm hat das Schicksal zugeschlagen.
Ein unwiderstehliches, berufliches Angebot kam plötzlich und unerwartet in sein Leben.
Was sollte er jetzt tun?
Er fragte mich, ob ich seinen Hund tagsüber zu mir nehmen könnte.
Erst war ich etwas skeptisch, ob ich wirklich der richtige Mensch bin, saß ich doch so in meiner Trauer fest.
Doch von diesem Hund ging etwas aus, das mich anzog.
So sagte ich zu.
Benno war ein stattlicher Rüde, noch jung und mein Nachbar war schon der 3. Besitzer.
Bei seiner ersten Besitzerin hat er immer wieder gehört:
„Das kannst du auch nicht.“
„Ist ja klar, dass das mit dir nicht klappt.“
„Er wurde ausgelacht, wenn etwas schief ging.“
Jetzt sagst du vielleicht, Worte sind nur Schall und Rauch.
Der Hund versteht das doch nicht.
Oh doch! Weit gefehlt.
Worte sind Energie.
Und Hunde sind Meister in Energie lesen und spüren von Frequenzen.
Er wusste genau, was der Mensch von ihm hielt.
So kam er mit einem schweren Koffer in sein neues Leben.
Er hatte einen Jagdtreib.
„Pass auf wenn du Benno ableinst, sagte mein Nachbar.
Wir lernten uns kennen, ruhig, leise mit viel Zeit.
Irgendwann ließ ich Benno ohne Leine laufen.
Immer ein wachsames Auge auf die Umgebung gerichtet.
Dann kam dieser ganz besondere Tag.
Benno und ich erkundeten eine alte Ruine.
Das mystisch wirkende Haus hat mich magisch angezogen.
Mir war etwas mulmig zumute, doch mit Benno an meiner Seite, fühlte ich mich sicher.
Benno war auch ganz neugierig und interessiert.
Genau wie ich.
So stöberten wir dort herum.
Die Ruine war umgeben von weitläufigen Wiesen.
Benno lief frei.
Fast gleichzeitig, Benno etwas früher als ich, sahen wir einen Hasen.
Sofort lief Benno wie ein geölter Blitz hinter dem Hasen her.
In Millisekunden liefen Gedanken durch meinen Kopf.
Wenn er jetzt nicht hört, ist er weg.
Wo ist die nächste Straße auf die er laufen könnte.
Wie bringe ich es meinem Nachbarn bei.
Dann endlich rief ich Benno.
Mit einem langen, freundlichen Beeeennoooo hiiiiieeer.
Das unglaubliche geschah.
Erst passierte nichts.
Dann stockte Benno kurz.
Ich rief ihn noch einmal freundlich zu mir.
Ich traute meinen Augen kaum. Ich glaube ich hielt die Luft an.
Mein Herz schlug schneller.
Benno ließ von dem Hasen ab und stürmte auf mich zu.
Ich kann die Glücksgefühle gar nicht genau in Worte fassen, die in diesem Moment durch mich flossen.
Ich war so stolz auf Benno.
Ich war so gerührt, dass er mich gewählt hatte.
Meine Liebe für ihn floss aus jeder Zelle meines Körpers.
Wir haben nie ein Anti-Jagdtraining gemacht.
Nie wirklich einen Rückruf trainiert.
Sondern ich habe eine wirkliche, echte Beziehung zu ihm aufgebaut.
Deshalb konnte er sich mir anschließen.
In der wirklichen Begegnung zwischen uns, konnten seine alten Geschichten heilen.
Er konnte sich für mich und gegen den Hasen entscheiden.
Er musste mir nichts beweisen.
Ich musste ihn nicht verändern.
Ich habe ihn gesehen.
Und er hat sich gesehen gefühlt.
Vielleicht beginnt Heilung genau dort, wo Frau und Hund sich wirklich begegnen.
So wie Benno und ich an diesem Tag.
Welche Geschichte darf bei dir und deinem Hund Heilung finden?
Nicole
Deine Wegbegleiterin