02/04/2026
SHK+E in Essen beendet – Regionalmessen stehen weiter vor großen Herausforderungen
Gerade ist die SHK+E ESSEN 2026 zu Ende gegangen. Vom 17. bis 20. März 2026 traf sich die Branche in der Messe Essen, wo rund 350 Aussteller aus 16 Ländern ihre Produkte und Lösungen aus den Bereichen Sanitär, Heizung, Klima und Elektro präsentierten. Die Messe gilt als erstes großes SHK-Branchenereignis des Jahres in Westdeutschland und ist laut Veranstalter seit über 50 Jahren am Markt. Eine klare offizielle Angabe, zum wievielten Mal die Messe genau stattfand, ist auf den aktuellen Veranstalterseiten allerdings nicht eindeutig genannt.
Aus meiner Sicht zeigt sich dabei immer deutlicher ein Trend, den viele in der Branche seit der Corona-Zeit beobachten: Die großen Neuheiten werden weiterhin vor allem auf der ISH in Frankfurt vorgestellt, die als Weltleitmesse alle zwei Jahre stattfindet. Die nächste ISH ist bereits für den 15. bis 19. März 2027 angekündigt. Die Regionalmessen laufen ebenfalls im Zweijahresrhythmus weiter – nach Essen folgt in diesem Jahr die IFH/Intherm in Nürnberg vom 14. bis 17. April 2026, und im Norden schließt die GET NORD in Hamburg vom 19. bis 21. November 2026 an.
Was jedoch ebenfalls nicht zu übersehen ist: Viele namhafte Industriehersteller haben sich von den Regionalmessen spürbar zurückgezogen. Das schwächt aus meiner Sicht die Attraktivität dieser Veranstaltungen. Wo früher starke Präsenz, große Messestände und echte Premieren zu sehen waren, fällt heute öfter auf, dass bekannte Namen fehlen. Für Besucher wird damit die Frage berechtigter, ob sich eine oft anstrengende, volle Messe noch so lohnt wie früher. Diese Entwicklung passt zu einem veränderten Verhalten in der Branche: Viele jüngere Fachleute informieren sich heute gezielt online, schneller und oft effizienter, statt sich einen ganzen Messetag durch überfüllte Hallen zu bewegen. Das ist kein Vorwurf an die Messen, sondern eher Ausdruck einer veränderten Zeit.
Hinzu kommt, dass auch die Hersteller selbst sehr genau rechnen. Hohe Standkosten, Personalaufwand, Logistik und Messebau machen die Teilnahme teuer. Vor diesem Hintergrund scheint es manchen Unternehmen sinnvoller, Neuheiten digital, über eigene Veranstaltungen oder gezielt auf der großen ISH zu präsentieren, statt auf mehreren Regionalmessen vertreten zu sein. Ob dieser Trend in den nächsten Jahren noch stärker wird, bleibt abzuwarten.
Mein Eindruck als Journalist ist deshalb klar: Regionalmessen wie die SHK+E in Essen bleiben wichtig für Kontakte, Gespräche und einen Überblick über den Markt. Aber sie haben nicht mehr die Strahlkraft früherer Jahre. Wer heute gezielt nach bestimmten Neuheiten sucht, ist oft gut beraten, zusätzlich im Internet nach den Produkten und Herstellern zu recherchieren. Für viele Leser dürfte genau das inzwischen der schnellere und bequemere Weg sein.
+E