07/06/2026
Zwei Zahlen kursieren aktuell in der Pflegebranche:
👉 Bayern spricht von vier bis fünf Wochen Bearbeitungszeit bei der Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse.
👉 Der bpa berichtet gleichzeitig von durchschnittlich 500 Tagen Wartezeit.
Beide Zahlen stimmen. Sie messen nur unterschiedliche Phasen desselben Verfahrens.
Das Anerkennungsverfahren besteht praktisch aus zwei Abschnitten:
Phase A:
Bearbeitung des Antrags bis zum Erstbescheid durch die Anerkennungsstelle.
Hier hat Bayern durch die Zentralisierung beim Landesamt für Pflege und Digitalisierung tatsächlich massiv beschleunigt – von mehreren Monaten auf vier bis fünf Wochen.
Phase B:
Defizitausgleich durch Anpassungslehrgang oder Kenntnisprüfung.
Und genau hier liegt weiterhin der eigentliche Engpass: begrenzte Plätze, Wartelisten und wenige Prüfungstermine. Diese Phase dauert auch in Bayern häufig zwölf Monate oder länger.
Was bedeutet das für Einrichtungen?
➡️ Bayern hat einen echten Vorteil geschaffen – aber keinen „Fast Track“ bis zur vollständigen Anerkennung.
➡️ Wer internationale Pflegekräfte einstellt, sollte realistisch kommunizieren, wie lange der Gesamtprozess tatsächlich dauert.
➡️ Wer Anerkennungszeiten wirklich verkürzen will, muss vor allem Phase B ausbauen: mehr Kapazitäten, mehr Lehrgänge, mehr Prüfungsmöglichkeiten.
Wir begleiten internationale Pflegekräfte täglich durch genau diesen Prozess – und sehen, wo Fortschritte entstehen und wo weiterhin strukturelle Engpässe bestehen.
Mehr dazu im aktuellen Blogbeitrag auf https://zurl.co/eipBc.
Das Projekt der people2help gGmbH wird aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) kofinanziert.