27/06/2026
Mit der fortschreitenden Milchreife des Weizens beginnt vielerorts wieder die Zeit, in der sich die schwarzen Gesellen vermehrt blicken lassen – oder zumindest erahnen lassen. Für die Revierinhaber heißt das, die Feldfrüchte konsequent zu verteidigen und den Schwarzkitteln möglichst wenig Raum für Schaden zu lassen. Doch nicht jeder Schuss endet mit einem am Platz liegenden Stück. Umso wichtiger sind eine besonnene Nachsuche und das Zusammenspiel von Schütze und Hund.
Zwei erfolgreiche Nachsuchen in dieser Woche haben dies einmal mehr eindrucksvoll gezeigt.
Die erste Nachsuche begann nach einem Schuss in der Nacht auf Montag. Das Stück wurde gegen 0.30 Uhr beschossen. Am Anschuss fanden sich keinerlei Pirschzeichen, die Sau war unmittelbar in den Raps geflüchtet. Erst nach rund 30 Metern im Bestand zeichnete sich die Fährte mit den ersten Schweißtropfen ab. Die Nachsuche begann um 6.00 Uhr und endete eine Stunde später erfolgreich: Nach einer insgesamt rund 570 Meter langen Suche lag ein Überläuferkeiler verendet im Raps.
Die zweite Nachsuche verlief nicht weniger anspruchsvoll. Gegen 23.30 Uhr wurden zwei Stück Schwarzwild beschossen. Eines lag am Platz, das zweite konnte zunächst flüchten. Am Anschuss war lediglich minimaler Schweiß zu finden. Durch das Ausgehen der Fährte im Raps durch den Schützen musste die erste Nachsuche nach etwa 30 Metern abgebrochen werden. Am frühen Morgen um 5.00 Uhr wurde die Nachsuche neu angesetzt. Nach rund 80 Metern zeigte sich schnell, dass noch Leben im Stück war. Der Loshund wurde geschnallt und brachte bereits nach wenigen Minuten Standlaut. Beim Angehen des Hundes war die Sicht im dichten Raps gleich null. Erst auf etwa vier Meter konnte das Stück wahrgenommen werden. Nach dem sicheren Abrufen des Hundes wurde der Fangschuss angebracht. Der zunächst auf 40 bis 50 Kilogramm geschätzte Keiler brachte aufgebrochen rund 80 Kilogramm auf die Waage – ein wehrhafter Bursche mit einem beeindruckenden Gebiss, dessen gefährliche Waffen einmal mehr den Wert eines gut arbeitenden Nachsuchengespanns unter Beweis stellten.
Diese beiden Einsätze zeigen eindrucksvoll, wie wichtig es ist, auch unter schwierigen Bedingungen Ruhe zu bewahren und einer fachgerechten Nachsuche den nötigen Stellenwert einzuräumen. Sie ist gelebter Tierschutz, Ausdruck waidgerechten Handelns und unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Jagdausübung.