19/10/2026
Testeinsatz autonomer Radlader im Kieswerk Stadel
Anfang Juli demonstrierte Liebherr Construction in Stadel live, wie ihr Radlader der neusten Generation arbeitet. Mit einer komplexen Steuerung ist der Radlader fähig, Arbeiten selbstständig und autonom auszuführen und eigenständig Entscheidungen zu fällen. Vorab fährt der Radlader einmal den Platz ab, erfasst diesen und erstellt ein Geländemodell, an dem er sich orientiert. Auf diesem Modell markiert der Verantwortliche vor Ort den Arbeitsbereich und definiert die Aufgabe oder die Aufgabenabfolge, die der Radlader ausführen soll. «Dies ist in wenigen Minuten und ohne besondere Kenntnisse erledigt», sagt Thomas Rösli, Betriebsleiter der Kiesgrube Stadel, begeistert. Im konkreten Fall erhielt der Radlader den Auftrag, im definierten Perimeter eine bestimmte Menge Kies von der Kieswand aufs Förderband zu bringen. Der Radlader entscheidet in der Folge selbst, wo er anfängt und welche Route er fährt. Auch die schmale Rampe zum Förderband fährt der Radlader sicher hoch und wieder herunter, und dies auch bei simuliertem Regen. «Auch Staub stellt für den Betrieb kein Problem dar», erzählt Manuel Bös, Head of R&D Emerging Technologies bei Liebherr.
Schon vor 10 Jahren nahmen Robotik-Ingenieur Bös und sein Team erste Anläufe für autonome Maschinen und Fahrzeuge. Nun steht die Technologie kurz vor dem Durchbruch.
«Typische Einsätze sind für uns repetitive Arbeiten wie in der Kiesgrube, aber auch in Steinbrüchen wie dem Zingel oder im Untertage-Abbau Schollberg, wo die Arbeiten abseits von Verkehr und Personenströmen stattfinden», zeichnet Christoph Duijts, CEO bei der KIBAG, mögliche Anwendungsfälle. Da die Technologie auf dem Geländemodell funktioniere, sei der Einsatz auch im Untertage-Abbau denkbar. Bei diesen Anwendungen sind die Arbeiten oft gefährlich und monoton. «Sicher ist: Anspruchsvolle Arbeiten führen noch für lange Zeit unsere Maschinisten aus», fügt er an.
Ob und wann die KIBAG die erste autonome Maschine erwirbt, ist noch offen. Die KIBAG testet die verschiedensten Anwendungen und will verstehen, was die neuen Technologien der Branche bringen. Sicherheit steht dabei an erster Stelle.