24/10/2026
Wir glauben an Euch und freuen uns auf das 1. Heimspiel 💪🏽🧡💙
FUSSBALL | 2. Liga Interregional
Zwei wichtige Siege und plötzlich sieht fast alles wieder positiv aus
(eh) Der FC Allschwil rutschte gleich mehrmals an das Tabellenende. Dennoch blieb Trainer Fabian Cigliano mit seinem Staff und den Spielern immer ruhig. Nach zwei wichtigen Siegen in Köniz und zuletzt Rothrist, kletterten die Baselbieter ins Mittelfeld Am Samstag braucht es in Klingnau nochmals drei Punkte, dann darf man erstmals etwas Durchatmen und sich auf das erste Heimspiel der Saison freuen.
Der FC Allschwil ist jetzt nicht gerade bekannt als heimstark. 17 und 19 Punkte holte man nach dem Wiederaufstieg. Aber es ist doch ein Unterschied, wenn man immer nur auswärts antreten muss. Vor allem im Kopf. Die Garderobe, die Reisen, das Spielfeld, die Fans – all das wirkt sich auch auf die Leistungen aus. Drei Siege und ein Remis ist angesichts dieser Situation eigentlich ganz ok. Aber Cigliano weiss auch, dass man sich nicht darauf verlassen darf, dass dann in der Rückrunde mit all den Heimspielen, nur Siege folgen.
«Der Erfolg in Köniz gab Moral, das zeigte sich dann auch im Spiel gegen Rothrist.» Das Spiel war eine Willensleistung und man durfte sich nicht über fehlendes Wettkampfglück beklagen. Nach gutem Beginn kassierte Allschwil das 0:1. Nur zwei Minuten später landete ein Rückpass von Gil Gisin im eigenen Tor! «Ja, da gehen dir dann so einige Dinge durch den Kopf», sagt Cigliano. «Wir haben aber toll reagiert und kamen noch vor der Pause zurück.» Auf Freistossflanke von Tiziano Gallacchi sorgte Lino Longhi per Kopf für den Anschlusstreffer (35.) und fünf Minuten später
lenkte ein Verteidiger den Ball nach einem von Valdrin Salihu scharf getretenen Querpass vor das Gehäuse über die Torlinie.
Alles von vorne nach Wiederbeginn. Wenn Cigliano erklärt, dass sein Team zu einfache Gegentore kassiere, dann gab es in der 54. Minute ein Beispiel dafür. Nach einem Ballverlust startete Rothrist einen Konter und profitierte davon, dass Kristian Zaric ausrutschte und so für Damjan Lovrenovic der Weg zum 3:2 frei wurde. Die Partie ging nun hin und her, aber alles schien auf den knappen Heimsieg zu laufen und die Baselbieter würden sich wohl einmal mehr über eine ärgerliche Niederlage ärgern. «Ich rede ja immer wieder davon, dass wir eine top Moral haben und dass das Team funktioniere. Natürlich gehört auch Wettkampfglück dazu, aber wäre es nicht so, hätten wir dieses Spiel nicht mehr drehen können.»
Die unglaubliche Wende
Man muss auch davon sprechen, dass Allschwil eine starke Bank hatte in dieser Begegnung. So konnte Cigliano eigentlich auch nichts falsch machen. Nico Lomma, Nico Scheibler, Julijan Zirdum und Srdan Sudar brachte er nach und nach auf den Platz. In der 81. Minute erhielt Sudar, Höhe Penaltypunkt, den Ball zugespielt. Der Stürmer mit viel Wasserverdrängung drehte sich und schoss das Spielgerät zum 3:3 in die Maschen. Ein wichtiger Punktgewinn, dachten wohl die mitgereisten Anhänger. «Auf dem Platz spürten die Spieler, dass da noch mehr möglich ist und sie setzten nach.» Cigliano pushte von draussen und das Heimteam wurde fahriger. «Die Schlussminuten waren dann unglaublich und konnten so auch nicht erwartet werden», meint Cigliano. In der 93. Minute flankte Zirdum den Ball vor das Tor und Scheibler war um den berühmten Schritt schneller als der Gegner und drückte das Spielgerät zum 4:3 über die Linie. Jetzt musste das Heimteam reagieren. Zweimal tankte sich Salihu über die linke Seite durch. Beim zweiten Mal gelangte sein Zuspiel zu Sudar, der den Ball aus 16 Metern im Tor unterbracht. Danach pfiff der Schiedsrichter die Begegnung ab.
«Wir waren über das ganze Spiel die bessere Mannschaft und das Sieg war verdient. Natürlich war es nach dem Eigentor zum 0:2 etwas kritisch und der Kopf gefragt, aber die Spieler glauben an sich.» Cigliano strich hervor, dass «uns bewusst ist, jedes Spiel drehen zu können, selbst dann, wenn wir erneut in Rückstand geraten.» Und der Trainer schiebt nach. «Dieses Spiel hat gezeigt, wie wichtig Spieler auf der Bank sind. Dass nicht nur die elf der Startformation wichtig sind, erklärt jeder Trainer. Nur begreifen das oft jene auf der Bank nicht. Gegen Rothrist haben jene, die ich einwechseln konnte, den Unterschied gemacht und die ausgewechselten Spieler feuerten das Team dann von der Bank aus an. So muss es sein.»
Am Samstag will Allschwil in Klingnau nachlegen. Betrachtet man die Tabelle, müsste dies machbar sein. Klingnau ist Vorletzter. Aber das Team trotzte Leader Zürich City vor einer Woche ein 3:3 ab.
📸 Srdan Sudar war mit zwei Toren der "Matchwinner" für Allschwil (Archiv/eh-presse)