07/06/2026
Vom Müll zur Raumakustik – oder geht es noch einen Schritt weiter?
Gute Raumakustik ist der Schlüssel zu Wohlbefinden und Fokus – egal ob im Büro oder im Wohnraum. Umso mehr begeistert uns ein aktueller Trend, den wir auch bei einem unserer aktuellen Projekte nutzen: Akustikplatten aus recycelten PET-Flaschen. Abfall ein neues, funktionales Leben in der Architektur zu schenken, ist ein großartiger Ansatz.
Unser Rückblick: Die Intervention „Luxury Blue“
Dieses Thema liegt uns nicht erst seit gestern am Herzen. Schon 2012 haben wir im Rahmen des Kunstfestivals SOHO in Ottakring am Wiener Yppenplatz eine architektonische Intervention realisiert.
Aus 3.615 PET-Flaschen haben wir zwei dynamisch geneigte Wände erschaffen, um den rasant steigenden Plastikmüll und den massiven Wasserverbrauch im urbanen Raum visuell greifbar zu machen. Die 28 Module wurden vorab computergestützt bemustert, in unserer Bürowerkstatt vorproduziert und vor Ort in kürzester Zeit auf eine Stahlkonstruktion montiert. Ein temporäres Monument für ein dauerhaftes Problem.
Der nächste Schritt: Vermeiden statt Verwerten
Doch so innovativ Reuse und Recycling in der Architektur auch sind, sie dürfen nicht die Endstation unseres Denkens sein. Richtig nachhaltig sind wir erst dann, wenn Müll gar nicht erst entsteht. Statt Einwegprodukte nachträglich mühsam in neue Kreisläufe zu pressen, müssen wir Architektur und Konsum von Anfang an so designen, dass Ressourcen langlebig sind und Abfall vermieden wird. Der beste Müll ist der, der gar nicht erst produziert wird.
Wie seht ihr das? Reicht kluges Recycling im Bauwesen aus, oder müssen wir das Problem viel radikaler an der Wurzel packen?
-