25/08/2026
Das Problem hier in der Remise: Die im Bruchsteinmauerwerk eingemauerten Traufpunkte waren größtenteils gefault. Zerrbalken, Sparren, Binderstiele, Aufschieblinge und Mauerlatte und hatten durch die Feuchtigkeit über die Jahre massiv gelitten. Komplett austauschen kam wegen des Denkmalschutzes und unserem eigenen Anspruch, so viel originale Substanz wie möglich zu erhalten, nicht infrage.
Begonnen haben wir mit den Zerrbalkenköpfen. Wir persönlich bevorzugen wir bei so einer Zerrbalkenkopfrestaurierung ein stehendes Blatt mit schräger Brust. Reine, traditionelle Holzbaukunst aus historischem Eichen-Altholz.
Hier mussten wir allerdings den Vorgaben der Tragwerksplanung Folge leisten. Die statischen Vorgaben bei diesem geschichtsträchtigen Monument waren so extrem, dass wir teilweise Schlitzbleche und Verbindungsmittel aus säurebeständigem Edelstahl einbauen mussten. Das entspricht zwar nicht unserer Philosophie von Restaurierung, doch die Statik und die Sicherheit des Bauwerks gehen an dieser Stelle vor.
Also hieß es für uns: Gesundschneiden und die abgefaulten Köpfe fachgerecht sanieren. Wir haben an die bestehenden Balken neue Köpfe in Form von Holzprothesen angeschuht.
Wo es statisch nachweisbar war, haben wir das Ganze traditionell mit einem stehenden Blatt mit schräger Brus gelöst, um dem Denkmalschutz und unserer Philosophie gerecht zu werden. Aber auch hier gilt bei einem Monument dieser Größe: Die Statik macht die Regeln. Deshalb mussten wir an einigen hochbelasteten Punkten zusätzlich mit innenliegenden Schlitzblechen arbeiten, um die nötige Tragfähigkeit und Zugfestigkeit zu garantieren, diese wurden mit Stabdübeln, Vollgewindeschrauben und Passbolzen gesichert. Alles aus säurebeständigem Edelstahl, um der Gerbsäure im Eichenholz zu trotzen. Hier konnten wir wieder mal auf die gute Zusammenarbeit mit unseren Stahlbauern bauen.
Trotzdem haben wir das Maximum an altem Holz gerettet und die Konstruktion für die nächsten Jahrhunderte gesichert.
Im nächsten Beitrag zur Burg Eltz zeigen wir euch, wie wir mit dem Thema Fachwerkfassadenrestaurierung auf der Burg umgehen. Bleibt dran!