04/10/2026
Drecksäcke. Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Faktencheck‼️ ACHTUNG, teilt dies bitte weiträumig. Damit dürfen sie nicht davon kommen! Ohne Einordnung, die gerade hier wichtig wäre.
Hermann Kerkeling wird im Oktober 1933 zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt. Vorgeworfen wird ihm am Ende nicht nur die Vorbereitung zum Hochverrat, sondern unter anderem auch Einbruch und Diebstahl. Sieben Jahre später stellt seine Ehefrau Bertha ein Gnadengesuch – doch das wird vom Oberlandesgericht Hamm abgelehnt. Nach der Haft kommt Hermann nicht frei. Die Gestapo nimmt ihn in „Schutzhaft“. Eine „Schutzhaft“-Inhaftierung erfolgte ohne Beweisführung oder Anklage und konnte unbegrenzt verlängert werden.
Hermann wird ins Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Dort trifft er am 2. Juli 1942 ein und wird von der SS als politischer Häftling registriert. In Buchenwald muss er ab Ende August 1942 in der Effektenkammer arbeiten – dem Ort, an dem die persönlichen Gegenstände der Inhaftierten, die sogenannten Effekten, verwaltet werden.
Das, was Jens-Christian Wagner, Stiftung Buchenwald Memorial | Gedenkstätte Buchenwald sagt:
Was FOCUS online hier macht, ist infam. Kerkelings Großvater wurde als Kommunist in das eingewiesen und bekam dort den roten Winkel eines politischen Häftlings.
Die NS-Justiz warf ihm zudem „kriminelle“ Delikte vor, damals seitens der politischen Justiz nicht ungewöhnlich. Das gehörte zur Kriminalisierung der politischen Gegner.
Der Fokus wirft nun dem Enkel vor, sich als „NS-Betroffener“ zu inszenieren, weil sein Großvater angeblich wegen krimineller Delikte ins KZ eingewiesen wurde. Das verkennt auf bösartige Weise den Charakter der NS-Justiz. Und selbst wenn Kerkelings Großvater wegen krimineller Delikte ins KZ gebracht worden wäre, wäre er ein NS-Opfer gewesen.
KZ-Haft war in jedem Fall ein Verbrechen.