20/09/2026
Am Anfang habe ich noch gedacht:
„Klar, ich erzähle es ihm. Ist ja nichts dabei.“
Doch irgendwann wurden aus Fragen kleine Verhöre.
Warum hast du das gekauft?
Warum warst du dort?
Warum hast du so lange mit ihr gesprochen?
Warum musstest du das überhaupt machen?
Und plötzlich merkte ich: Ich erzählte nicht mehr, weil ich wollte.
Ich erzählte, damit meine Entscheidungen akzeptiert wurden.
Das fühlt sich irgendwann seltsam an.
Du gehst einer ganz normalen Sache nach – und trotzdem hast du hinterher das Bedürfnis, deine Entscheidung zu erklären.
Nicht weil du etwas falsch gemacht hast.
Sondern weil du dich daran gewöhnt hast, dass jemand anderes eine Begründung dafür erwartet.
Und genau da verändert sich etwas:
Aus einem Partner, dem du dein Leben erzählst, wird jemand, dem du dein Leben rechtfertigen musst.
Macht und Kontrolle beginnen nicht immer mit einem „Du darfst nicht“.
Manchmal beginnen sie mit einer ganz einfachen Frage:
„Warum eigentlich?“
Und wenn du irgendwann das Gefühl hast, auf diese Frage immer eine ausreichende Antwort liefern zu müssen, ist aus Interesse längst etwas anderes geworden.