03/09/2026
Bei der Baustelle Stephanitorhöfe in Bremen ist es seit ein paar Monaten soweit: Die Fertigteilmontage der Hofdurchfahrten hat begonnen.
Im Erdgeschoss übernehmen die Hofdurchfahrten eine zentrale Funktion: Sie dienen als Zugänge zu den Innenhöfen und verknüpfen die Gebäude untereinander.
Technisch steckt hier viel drin: Eine Hofdurchfahrt setzt sich aus zahlreichen Fertigteilen wie Stützen, Wänden, Unterzügen und Deckenelementen zusammen. Für eine Hofdurchfahrt kommen rund 98 m³ Beton zum Einsatz – mit einem Gesamtgewicht von etwa 246 Tonnen. Dazu gehören über 420 m² bearbeitete Sichtflächen.
Die Anforderungen an die Oberflächen sind entsprechend hoch: Alle Sichtseiten werden gesäuert und anschließend mit einem Graffitischutz mit definierter Rezeptur und Farbton behandelt. Bis ins letzte Detail ist die Gestaltung definiert, etwa die Fasenausbildung für saubere Geometrien und robuste Bauteilkanten.
Auch bei den Einbauteilen zeigt sich die Komplexität der Durchfahrten: Verbaut werden unter anderem Dornhülsen, Dorntaschen, Gewindeanker, Halfen Zug-/Druckhülsen, Philipp Power-Duo sowie Kompaktanker. Diese sorgen für eine sichere Verankerung und kraftschlüssige Verbindung der einzelnen Elemente.
Die Montage erfolgt mit Baukran oder Autokran, teilweise im 4-Strang-Gehänge mit Ausgleichsvorrichtung – millimetergenaue Arbeit!
Gestalterisch passen sich die Hofdurchfahrten an das Gesamtbild der Stephanitorhöfe an: Farbliche Rottöne werden im Ortbeton, den Fertigteilen und Fassadenbauteilen wiederaufgenommen.
Die Hofdurchfahrten sind weit mehr als reine Verbindungswege: Sie vereinen hohe Lastabtragung, komplexe Fertigteiltechnik und anspruchsvolle Sichtbetonqualität und weisen auf die Zukunftsfähigkeit des Projekts hin.
Das Baustellenteam muss vor Ort täglich die anspruchsvolle Logistik koordinieren, insbesondere für die riesigen Autokräne und die vielen LKWs mit den Fertigteilen. Gleichzeitig wird der tägliche Baubetrieb umgesetzt: Es wird weiter geschalt, bewehrt und örtlich betoniert. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den innerstädtischen Platzverhältnissen ist eine der größten Herausforderungen.