Philosophische Praxis Philoskop

Philosophische Praxis Philoskop Einzelgespräche, Philosophische Wanderungen, Salon, Lesekreis, Seminare, Briefwechsel u.v.m. - schau vorbei!

Alles begann mit dem postgradualen Lehrgang “Philosophische Praxis” an der Uni Wien. Zwei Jahre später gründete ich die Philosophische Praxis PHILOSKOP (www.philoskop.org) mit zahlreichen Angeboten (philosophische Wanderungen, Gespräche, Philosophieren mit Kindern, Briefwechsel, Philo Slam etc). Dazu kommt das Institut für Philosophische Praxis und Sorgekultur (www.ipps.at), sowie der Kreis akade

misch philosophischer Praktiker*innen (www.kapp-austria.com). Auch im Vorstand der Internationalen Gesellschaft für philosophische Praxis (www.igpp.org) darf ich mitwirken. Es hat sich also viel getan und für mich hat sich ein Traum erfüllt: Philosophie praktisch (er)lebbar machen zu dürfen!

Niemand zwingt dich mehr, mehr zu leisten. Du zwingst dich selbst — und genau das macht es so schwer, sich davon zu befr...
16/08/2026

Niemand zwingt dich mehr, mehr zu leisten. Du zwingst dich selbst — und genau das macht es so schwer, sich davon zu befreien.

Byung-Chul Han beschreibt, wie aus „Ich muss" ein „Ich kann" wurde — und wie dieses „Ich kann" zur unsichtbaren Diktatur wird. Gegen einen äußeren Aufseher kann man rebellieren. Aber gegen wen, wenn der Aufseher man selbst ist?

Lehre 2 von 10 aus meinem Gratis-Heft „WEISHEIT".

Welchem „Ich sollte eigentlich…" gehorchst du gerade, ohne es je hinterfragt zu haben? 💭

👉 Schreib WEISHEIT in die Kommentare — du bekommst sofort das komplette PDF mit allen 10 Lehren.

💬 Erzähl mir in den Kommentaren: Welche Frage würdest du auf so einer Wanderung stellen wollen? Ich nehme sie mit.Ab Mon...
14/08/2026

💬 Erzähl mir in den Kommentaren: Welche Frage würdest du auf so einer Wanderung stellen wollen? Ich nehme sie mit.

Ab Montag bin ich eine Woche im Ausseerland und gehe mit einer Gruppe wandern. Nicht schweigend — sondern über die Frage: Quo vadis, Demokratie?

Fünf Tage, fünf Denker·innen. Perikles und Platon am Anfang, dann John Stuart Mill, dann Hannah Arendt und Jürgen Habermas, dann Karl Loewenstein — und zum Schluss Chantal Mouffe.

Ich mag dieses Format sehr, und zwar aus einem sehr unphilosophischen Grund: Beim Gehen widerspricht man einander anders. Man sitzt sich nicht gegenüber, man schaut in dieselbe Richtung. Und man kann nicht aufstehen und rausgehen, wenn es unbequem wird — man geht ja schon.

Ich nehme euch mit. Jeden Tag ein Gedanke von der Strecke.

💬 Speicher dir Slide 7 — die drei Sätze sind das Praktischste an diesem Post.Zuerst: danke an alle Männer, die die aktue...
12/08/2026

💬 Speicher dir Slide 7 — die drei Sätze sind das Praktischste an diesem Post.

Zuerst: danke an alle Männer, die die aktuellen Zustände auch als defizitär begreifen. Ihr wart diese Woche in meinen Kommentaren in der Minderheit. Aber ihr wart da.

Und jetzt das andere: Rund 95 % der abwertenden Reaktionen kamen von Männern. Das ist meine Beobachtung, keine Studie — aber eindeutig genug, um sie ernst zu nehmen. Und zwar als philosophisches Problem, nicht nur als politisches.

Über eine Erfahrung zu urteilen, die man nicht gemacht hat, ohne die zu fragen, die sie machen, ist nicht unabhängig und nicht mutig. Es ist schlecht begründet. Und das ist keine Haltung, sondern ein handwerklicher Fehler.

Mein Vorschlag ist deshalb ein sehr alter: Epoché — die Urteilsenthaltung der antiken Skeptiker. Das Urteil aussetzen, solange man die Sache nicht kennt. Weder Schweigen noch Zustimmung, sondern die anspruchsvollste Form des Denkens.

Und noch etwas: Das ist keine Frauenfrage. Es betrifft alle, die Sorgearbeit übernehmen. Sie sind nur seltener — und werden deshalb noch seltener gehört.

➜ Genau um diese Haltung geht es in meinem Gratis-Heft „WEISHEIT". Schreib WEISHEIT in die Kommentare, ich schick dir das PDF.

💾 Speicher dir das für die nächste Diskussion — und schreib mir, ob du diesen Satz gekannt hast.„Heiratet ein Mann seine...
10/08/2026

💾 Speicher dir das für die nächste Diskussion — und schreib mir, ob du diesen Satz gekannt hast.

„Heiratet ein Mann seine Haushälterin, sinkt das Volkseinkommen." Das ist kein Witz und keine Polemik. Das steht so beim britischen Ökonomen Arthur Cecil Pigou, 1920, in „The Economics of Welfare".

Gleiche Frau, gleiches Haus, gleiche Arbeit. Nur die Bezahlung fällt weg — und die Arbeit verschwindet aus der Statistik.

Und das war kein Versehen:

1878 baten Frauenrechtlerinnen den US-Kongress schriftlich darum, Frauen in der Volkszählung endlich „als Arbeiterinnen und Produzentinnen" zu zählen. Sie wurden es nicht.

1940er: Als das BIP international definiert wurde, blieb unbezahlte Haus- und Sorgearbeit bewusst draußen. Sie steht bis heute nicht drin.

Diese Arbeit wurde also nicht übersehen. Sie wurde herausgerechnet.

Vier Denkerinnen haben das benannt, lange bevor es eine Debatte dazu gab:

Christine de Pizan, 1405 — Frauen erscheinen nur geringer, weil man ihnen vorenthält, was sie größer machen würde. Simone de Beauvoir, 1949 — „Es gibt wenige Aufgaben, die der Qual des Sisyphos ähnlicher sind als die der Hausfrau." Hannah Arendt, 1958 — Die Tätigkeit, die bloß das Leben erhält, wurde immer ins Haus verbannt. Unsichtbar zu sein war kein Nebeneffekt, sondern der zugewiesene Ort. Silvia Federici, 1975 — „Sie nennen es Liebe. Wir nennen es unbezahlte Arbeit."

Fünfzig Jahre alt. Immer noch die beste Antwort.

➜ Beauvoir, Arendt, Butler — in meiner Philosophie Masterclass steht in jedem der sechs Module eine Denkerin. Nicht als Sonderkapitel, sondern in ihrer Epoche. https://www.philoskop.org/philosophie-masterclass

07/08/2026

„Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz
ehrlich." — Bundeskanzler Christian Stocker, gestern in Salzburg.

Ich will das gar nicht empört kommentieren, sondern einfach
auseinandernehmen. Denn der Satz enthält einen Denkfehler, den man
sehen kann.

Stocker stellt eine Alternative auf: entweder Liebe — oder „Rechenbeispiel". Diese Alternative gibt es nicht.

Der Gegenbeweis dauert einen Satz: Dieselbe Tätigkeit ist unbestritten Arbeit, sobald sie eine Elementarpädagogin verrichtet, eine Pflegerin, eine 24-Stunden-Betreuerin. Und niemand behauptet, die liebten die Menschen, die sie betreuen, weniger, weil sie dafür
bezahlt werden. Bezahlung zerstört Zuwendung nicht.

Was diese Arbeit also zur Nicht-Arbeit macht, ist nicht die Liebe. Es ist die Frage, wer sie tut — und ob man sie übersehen kann.

Die Philosophin Angelika Krebs hat genau das durchgearbeitet („Arbeit und Liebe. Die philosophischen Grundlagen sozialer
Gerechtigkeit", Suhrkamp 2002): Sorgearbeit ist Arbeit, von der die
ganze Gesellschaft lebt. Sie gehört in die öffentliche Verantwortung und in die ökonomische Anerkennung — ohne dass man die Liebe leugnen müsste.

Und das „ohne etwas dafür zu bekommen"? Frauen beziehen in Österreich im Schnitt rund 40 Prozent weniger Alterspension als Männer, einer der größten Pensionsunterschiede der EU. Die Rechnung wird also sehr wohl
gemacht. Sie wird nur jemand anderem zugestellt.

(Das Kanzleramt hat inzwischen klargestellt, es sei nicht bestritten
worden, dass Kinderbetreuung „extrem viel Arbeit" ist. Gut. Nur ändert
das nichts am Denkmuster, das sich vorher gezeigt hat.)

Meine ehrliche Frage in die Runde: Kennt ihr ein einziges Beispiel,
in dem eine überwiegend von Männern verrichtete Tätigkeit mit dem
Argument unbezahlt geblieben ist, sie werde ja aus Liebe getan?

💾 Speicher dir das — und hör die ganze Folge über den Link in Bio.Warum kennen wir sie nicht? Nicht, weil es keine Philo...
06/08/2026

💾 Speicher dir das — und hör die ganze Folge über den Link in Bio.

Warum kennen wir sie nicht? Nicht, weil es keine Philosophinnen gab. Sondern weil drei Mechanismen zusammengewirkt haben: verwehrter Zugang zu Bildung. Zuschreibung ihres Denkens an Männer. Und Archive, die bewahrten, was die Entscheidenden für wichtig hielten.

Das Ergebnis ist kein Zufall, sondern ein Muster. Wenn man es einmal erkannt hat, sieht man die Lücke überall.

Diese fünf sind der Anfang. Im Herbst lese ich sie mit einem Lesekreis — fünf Abende, ein Text pro Abend, online, kein Vorwissen nötig. Wir lesen keine trockenen Abhandlungen, sondern ein Gefängnistagebuch, ein Streitgespräch, einen Briefwechsel, ein Plädoyer und einen sehr gegenwärtigen Essay.

➜ Podcast + Lesekreis-Infos: Link in Bio (philoskop.org)

➜ Und wer den ganzen roten Faden will, von der Antike bis heute: die Philosophie Masterclass — auch dort steht in jedem Modul mindestens eine Denkerin.

Welche der fünf würdest du zuerst lesen? 👇

Die Philosophiegeschichte kennt fast nur Männer. Das stimmt nicht — es wurde nur so erzählt. Neue PhiloPod-Folge, direkt...
05/08/2026

Die Philosophiegeschichte kennt fast nur Männer. Das stimmt nicht — es wurde nur so erzählt. Neue PhiloPod-Folge, direkt hier: https://www.philoskop.org/podcast

Im Jahr 203 sitzt in Karthago eine 22-jährige Frau im Gefängnis und wartet auf ihre Hinrichtung. Sie heißt Vibia Perpetua, sie stillt noch ihr Kind — und sie schreibt. Ihr Gefängnistagebuch gilt als einer der frühesten erhaltenen Texte, in denen eine Frau in ihrer eigenen Stimme spricht.

Warum kennen wir sie nicht? Weil drei Mechanismen zusammengewirkt haben: der verwehrte Zugang zu Bildung. Die Zuschreibung ihres Denkens an Männer — als Muse, als Schülerin, als fleißige Briefpartnerin. Und die Bewahrung: Geschichte überliefert, was Institutionen für wichtig halten,
und die, die entschieden, waren fast immer Männer.

Das Ergebnis ist kein Zufall, sondern ein Muster. Die gute Nachricht: Man kann die Lücke füllen.

In der neuen Folge stelle ich fünf Denkerinnen vor — von Perpetua bis Carolin Emcke. 🎙 https://www.philoskop.org/podcast

Im Herbst lese ich genau diese fünf in einem Online-Lesekreis:
www.philoskop.org/lesekreise

Ehrliche Frage in die Runde: Welche Philosophin haben Sie im Studium oder in der Schule je gelesen?

Signor Rossi zieht durch die Welt und sucht das Glück. Er findet es nie – weil er es sucht.Das ist kein Zeichentrick-Gag...
01/08/2026

Signor Rossi zieht durch die Welt und sucht das Glück. Er findet es nie – weil er es sucht.

Das ist kein Zeichentrick-Gag, das ist ein philosophisches Problem. John Stuart Mill hat es so formuliert: Glücklich sind nur die, deren Sinn auf etwas anderes gerichtet ist als auf das eigene Glück. Bei Aristoteles ist Eudaimonia kein Ziel, das man ansteuert – sie entsteht, wenn man gut lebt.

Deshalb frage ich hier etwas anderes. Nicht: Was macht mich glücklich? Sondern: Was lässt mich lebendig sein? Wann spüre ich das Leben – nicht als Idee, sondern körperlich, im Moment?

Diese Frage kann man nicht verfehlen, indem man sie stellt.

Die Antwort ist zuerst deine. Und trotzdem gibt es menschliche Konstanten – Dinge, an denen sich Lebendigkeit fast immer festmacht. Genau die suche ich: in der Philosophie (Arendt, Camus, Rosa, Weil – und bei den Denker·innen, die man vergessen hat) und im Gespräch mit meinen Gästen.

Ich mache mich auf den Weg. Kommst du mit?

➜ Folge für Philosophie, die nicht erklärt, wie man glücklich wird – sondern wie man lebendig bleibt. ➜ Podcast, Lesekreise, E-Learning und Einzelgespräche: Link in Bio (www.philoskop.org)

Und du: Wann hast du zuletzt gespürt, dass du lebst? Schreib's mir in die Kommentare. 👇

Deine Entscheidungsangst ist kein Defekt.Wir behandeln sie wie einen Fehler, der wegtherapiert gehört. Kierkegaard sah d...
20/07/2026

Deine Entscheidungsangst ist kein Defekt.

Wir behandeln sie wie einen Fehler, der wegtherapiert gehört. Kierkegaard sah darin etwas anderes: den „Schwindel der Freiheit".

Jenen Moment am Rand einer offenen Möglichkeit, in dem dir schwindelig wird — nicht weil etwas Schlimmes droht, sondern weil du merkst: Du könntest.

Wer nie schwindelig wird, hat vielleicht nie begriffen, wie offen sein Leben ist.

Das ist die erste von zehn Lehren, die ich in einem kostenlosen Impulsheft zusammengefasst habe. Kommentier einfach WEISHEIT — dann schick ich dir den Zugang.

Wovor hast du zuletzt mehr Angst gehabt: vorm Scheitern — oder vor der Freiheit, die sich auftut, wenn du es versuchst?

20/07/2026

EINBLICKE IN UNSERE WORKSHOPS VOM DRITTEN FESTIVALTAG

Fünf Tage voller Neugier, Kreativität und Begegnungen liegen hinter uns.

Wir danken allen Jugendlichen, Teilnehmenden, Workshopleiter:innen und Besucher:innen, die diese Tage mit ihren Gedanken, Fragen und ihrem Engagement bereichert haben. Gemeinsam ist ein Raum entstanden, in dem Neues ausprobiert, zugehört und miteinander gedacht wurde.

Danke, dass ihr Teil der zweiten Ausgabe von BÜHNE DER MACHT wart.

🔗 Mehr Eindrücke und Rückblicke:
festival.buehne-der-macht.com

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A LOOK BACK AT OUR WORKSHOPS FROM DAY THREE.

Three days filled with curiosity, creativity, and meaningful encounters are now behind us.

Our heartfelt thanks go to all the young participants, workshop leaders, and visitors who enriched these days with their ideas, questions, and engagement. Together, we created a space for experimenting, listening, and thinking with one another.

Thank you for being part of the second edition of BÜHNE DER MACHT.

🔗 More impressions and highlights:
festival.buehne-der-macht.com

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